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Netzwerkdosen und Patchfelder dokumentieren

„Welcher Switch-Port gehört zur Dose im Besprechungsraum?“ – Wer diese Frage ohne Kabelsuche beantworten kann, hat seine passive Verkabelung im Griff. Dieser Ratgeber zeigt ein praxistaugliches Namensschema, die nötigen Spalten einer Patchliste und wie Sie die Strecke vom Switch bis zum Endgerät nachvollziehbar machen.

Ratgeber · Stand: Oktober 2026

Kostenlose Excel-Vorlage: Patchliste mit allen Spalten aus diesem Artikel, sofort einsetzbar.

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Die Strecke verstehen: aktiv und passiv

In einer strukturierten Verkabelung führt eine Verbindung typischerweise über diese Stationen:

  1. Switch-Port (aktive Komponente im Rack)
  2. Patchkabel zur Vorderseite des Patchfelds
  3. Installationskabel von der Rückseite des Patchfelds durch Wand oder Kabelkanal zur Rückseite der Netzwerkdose
  4. Patchkabel von der Vorderseite der Dose zum Endgerät

Das Installationskabel zwischen Patchfeld und Dose ist fest verlegt und ändert sich praktisch nie. Die Patchkabel vorne ändern sich dagegen ständig: Ein Arbeitsplatz zieht um, ein Drucker kommt dazu, ein Port wird in ein anderes VLAN gelegt. Diese Trennung hilft beim Dokumentieren: Die feste Verbindung Patchfeld-Port ↔ Dose dokumentieren Sie einmal (am besten direkt bei der Installation, der Elektriker oder Verkabler liefert oft ein Messprotokoll), die Patchung vorne pflegen Sie laufend.

Ein Namensschema für Dosen

Der wichtigste Schritt ist ein einheitliches Schema. Zwei verbreitete Varianten:

Variante 1: Stockwerk und laufende Nummer – „1.23“

Die Zahl vor dem Punkt ist das Stockwerk, danach folgt eine laufende Nummer pro Stockwerk. „1.23“ ist also Dose 23 im ersten Stock. Einfach, kurz, gut lesbar. Nachteil: Man sieht nicht, an welchem Patchfeld die Dose hängt.

Variante 2: Verteiler, Patchfeld und Port – „A1.12-1“

Das Schema bildet die Verkabelung direkt ab: Verteiler bzw. Rack A, Patchfeld 1, Port 12, Buchse 1 einer Doppeldose. Die zweite Buchse derselben Dose heißt dann „A1.12-2“ und liegt meist auf dem nächsten Patchfeld-Port. Vorteil: Wer vor der Dose steht, weiß sofort, wo sie im Rack ankommt. Nachteil: Bei einer Umverkabelung stimmt der Name nicht mehr.

Worauf es ankommt

Beschriftung vor Ort

Die beste Liste hilft wenig, wenn die Dose unbeschriftet ist. Beschriften Sie:

Nutzen Sie ein Etikettendrucker-Band, das hält; handschriftliche Aufkleber sind nach zwei Jahren unlesbar. Zusätzlich praktisch: ein QR-Code auf dem Etikett, der direkt auf den Eintrag in der Dokumentation führt.

Die Patchliste: diese Spalten brauchen Sie

Eine Zeile entspricht einer Verbindung von einem Switch-Port bis zum Endgerät. Nicht jede Zeile muss alle Spalten füllen: Ein Access Point direkt im Rack hat weder Patchfeld noch Dose.

SpalteInhaltBeispiel
StandortGebäude bzw. NiederlassungZentrale Linz
RaumRaum, in dem die Dose liegt1.04 Buchhaltung
SwitchGerätename des SwitchesSW-Core-01
Switch-PortPort wie in der Switch-KonfigurationGi1/0/12
PatchfeldName des PatchfeldsPP-A1
Patchfeld-PortPort-Nummer am Patchfeld12
DoseDosenname nach Ihrem SchemaA1.12-1
EndgerätWas an der Dose stecktPC-BH-03
Endgerät-PortNetzwerkanschluss am EndgerätLAN1
VLANAccess-VLAN des Switch-Ports10
KabeltypKategorie bzw. MediumCat6a
KabelfarbeFarbe des Patchkabelsblau
LängeLänge des Patchkabels in Metern2
Kabel-NrBeschriftung am KabelK-0412
Bemerkungalles WeiterePoE, Telefon durchgeschleift

Tipp für Farben: Viele Admins legen eine Farbe pro Zweck fest, etwa Blau für Clients, Gelb für Telefonie, Rot für Uplinks, Grün für Server. Schreiben Sie diese Konvention einmal auf, sonst entsteht mit jeder Kabelbestellung eine neue.

Eine Verbindung nachverfolgen

Mit vollständiger Patchliste lässt sich jede Frage in beide Richtungen beantworten:

Im Excel bedeutet das Filtern und Suchen in einer Tabelle. Achten Sie darauf, dass Switch- und Portnamen exakt so geschrieben sind wie in der Switch-Konfiguration, sonst führt die Suche ins Leere.

Grundrisse: Wo ist Dose 1.23?

Eine Liste sagt, dass Dose 1.23 im Raum 1.04 liegt – aber nicht, an welcher Wand. Ein Grundriss mit eingezeichneten Dosen spart vor allem in großen Räumen und Großraumbüros viel Sucherei. Hat der Elektroplaner einen Plan geliefert, nutzen Sie ihn. Sonst reicht ein Fluchtwegplan oder eine einfache Skizze als Grundlage. Zeichnen Sie Access Points, Drucker und Racks gleich mit ein.

Häufige Stolpersteine

Checkliste